Die Vampire
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Legende, Mythos, Wahrheit
30 Days of Night
Ein ungewöhnlicher Vampirfilm, der uns die Schergen der Nacht auch nicht als romantische, nachdenkliche oder gar zivilisierte Art aufzeigt, sondern eher als blutrünstige Monster mit schier wahnsinniger Mordlust. Dennoch weiß der Film künstlerisch zu gefallen, ist er doch auch eine Verfilmung einer Comicvorlage. In manchen Bildern mag man dies auch erahnen. Aber mehr zum Inhalt.
Blut auf Schnee
Austragungspunkt und Kulisse ist Barrow, ein Städtchen in Alaska und somit verschneit, abgelegen, unerreichbar. Hinzu kommt, dass der Film während des Winters spielt, und somit in einer 30 Tage lang andauernden Dunkelheit ohne Sonne. Im Vorfeld hat bereits ein irrer Anhänger der Vampirbrut, seines Zeichens noch menschlich, die Zivilisation dort mehr und mehr eingeschottet indem er Stromgeneratoren kappte, den Hubschrauber demolierte und die Schlittenhunde masakrierte. Alles in der Hoffnung, selbst zum Vampir zu werden, wenn man sie so nennen kann.
Der hiesige Sheriff, gut und glaubwürdig gespielt von Josh Hartnett nimmt diesen gefangen, auf Befragungen reagiert jener dann besonders mystisch und kryptisch und fasselt etwas vom Untergang und das niemand entkommen kann. Kurz darauf bricht selbst der Hilfsgenerator zusammen und mit der endlosen Düsternis kommen auch die Vampire hervor und richten ein Blutbad nach dem anderen an. Einzig der Anführer namens Marlow bewahrt einen Hauch Intellekt, kann sich auch neben Krächzen mit Worten mitteilen und weist während des Filmverlaufs auch andauernd darauf hin, dass es weder Gott gibt, noch Hoffnung. Die nimmt er nebenbei auch dem Kollaborateur, der ja unbedingt ein Vampirwesen werden wollte. Zunächst mit dem Schüren von Hoffnung, und dann, indem er ihm kurzer Hand das Genick bricht. Wie immer sind sie mit Schusswaffen nicht zu stoppen, die Kälte imponiert ihnen natürlich auch nicht und ihre verzerrten Visagen und langen Fingernägel bringen Horrorstimmung mit sich. Das Blut, welches sie scheinbar mit Stolz tragen unweigerlich auch.
Spannung bleibt vorhanden, denn während die letzten Überlebenen sich verstecken um dem Sonnenaufgang zu harren hegen die Vampire den Plan, alle zu vernichten und die Stadt abzubrennen, denn niemand soll hinter das lang gehegte Geheimnis kommen, das sie seit Jahrhunderten schützen. Schließlich halten wir sie alle nur für Legenden und Einbildung. Da man nach der Verwandlung (indem sich das Blut mit einem der ihren vermischt) noch einige Zeit man selbst bleibt, beschließt der Sheriff, sich selbst zu infizieren, um seine Freundin und die letzten wenigen Überlebenden zu retten. Damit siegt er auch im Kampf gegen Marlow. Die anderen fliehen ziellos ohne Anführer vor der nahenden Sonne. In den Armen seiner Freundin, noch bei Sinnen zerblättert er langsam bei aufgehender Sonne zu Asche.
Alles in allem ein gelungenes Werk, auch wenn man wenig über das Dilema eines Vampirs erfährt oder dieser als großer Verführer mit übersinnlichen Kräften auftrumpfen darf. Dennoch, neben dem Gemetzel wirkt gerade das Blut auf dem Schnee sehr kunstvoll und die Gewissensbisse und der schiere Schmerz spiegelt sich in den Augen des Hauptdarstellers klar wieder, als dieser mehr und mehr Freunde umbringen bzw erlösen muss, damit diese sich nicht entgültig verwandeln. Nichts für zarte Gemüter, aber dennoch ein Vampirfilm Tip.
Auf der Blu Ray Disc finden sich zahlreiche Extras, unter anderem eben auch die langen Nachtaufnahmen und wie diese sich auf die Crew niederschlagen. Kaffee ersetzt da eben auch mal Blut.