Die Vampire
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Legende, Mythos, Wahrheit
Kapitel II
SEITE XVIV
Vampirgeschichte von Vampiren, Werwölfen und anderen Wesen der Dunkelheit. Lesen Sie biss zur Mitternacht, oder länger, wenn sie ein Vampir sind ;-)
Ein Sturm
"Unsere Arbeit hier ist erledigt", war der einzige Kommentar, welchen Havoc daraufhin von sich gab, während er sich wieder dem Theatereingang zuwandte. Seine tiefe, unheimliche Stimme schien einem Grab entsprungen zu sein und war absolut gefühllos. Doch sein bleiches Gesicht zeigte ein teuflisches Grinsen, als sich die sterbenden Flammen in seinen braunen Augen spiegelten. Die anderen drei schauten noch ein letztes Mal erstaunt auf die traurigen Überreste des Vampirs und folgten Havoc dann in das Theater.
Carmen wendete ihren Blick von dem Hinterhof ab. Sie brauchte nicht noch mehr zu sehen. Auf dem nahe liegenden Dach eines alten Mehrfamilienhauses hatte sie sich versteckt und die anderen beobachtet. Sie empfand Mitleid mit dem armen Vampir, als dessen Körper in Flammen aufging. Aber Carmen hätte es sowieso nicht mehr ändern können, sie wäre gleich mit eingeäschert worden. Mit dem sadistischen und eiskalten Havoc war nicht zu spaßen. Der empfand Genugtuung bei seiner Arbeit, soviel war sicher. Die schöne Vampirin schaute auf das Aschehäufchen hinab, das Letzte, was von Charly übrig geblieben war. Sie verdrängte das bisschen Trauer, dass sie nach den vielen Jahrhunderten noch empfinden konnte, und wischte sich eine einzelne Blutsträne von ihren feinen Gesichtszügen. Im Laufe der Zeit hatte Carmen einfach schon zu viele Grausamkeiten miterlebt. Außerdem war es Charlys eigene Schuld gewesen. "Verstoße niemals gegen eine Tradition", rief sich Carmen verbittert die weisen Worte des Prinzen ins Gedächtnis. Dann erhob sie sich und brachte ihre Kleidung wieder in Ordnung. Nach den drei Stunden, die sie hier warten musste, war ihre schwarze Lederjacke schmutzig geworden und ihre dunkle Jeans ebenfalls. Das Band, welches ihre brünetten Haare zusammengehalten hatte, verstaute sie in der Jackentasche. Sie trug ihre gewellten, langen Haare lieber offen.