Die Vampire

        Legende, Mythos, Wahrheit

Geschichten

SEITE III


Vampirgeschichte von Vampiren, Werwölfen und anderen Wesen der Dunkelheit. Lesen Sie biss zur Mitternacht, oder länger, wenn sie ein Vampir sind ;-)

Präludium

Jedoch hatten nicht die vielen Fleischwunden sein Leben letztendlich beendet, sondern der Aufprall auf den harten Pflastersteinen. Sein schütteres, graues Haar war wirr und zerrüttet und er hatte eine Platzwunde an der Stirn. Die Wachen schraken plötzlich aus ihrem Erstaunen hoch, denn weitere entsetzte Schreie ertönten aus den Gemächern ihres Barons. Eilig rannten sie die Stufen zum Zimmer hinauf, durch die engen Gänge des Haupthauses, aber als sie die Tür endlich erreichten und aufstießen wußten sie, daß sie zu spät gekommen waren. Die Räumlichkeiten lagen verwüstet dar und boten einen schrecklichen Anblick. Das Personal war regelrecht hingerichtet und selbst die Einrichtung gänzlich zerstört worden. Die Wache, welche den Boten hinauf geführt hatte, hing in den Überresten eines Holzschrankes. Ihr Oberkörper war durch die Tür geschlagen worden, während die Beine noch davor baumelten. Keinen besseren Anblick boten die beiden Leibwächter des Barons. Ein langer Speer hatte den Körper des einen durchbohrt und dem anderen war der Kopf einfach vom Rumpf abgetrennt worden. Das komplette Zimmer war blutverschmiert, ein wahres Massaker. Die Männer durchsuchten jeden Zentimeter der Burg, in der Hoffnung Mc Gregor zu finden und ihn für seine grauenhaften Taten richten zu können. Doch auf eine unerklärliche Weise konnte er entkommen. Die Wachen konnten sich weder das unentdeckte Fliehen des Boten erklären, noch war es ihnen verständlich, wie er den Baron und das Personal so schnell hatte töten können. Viele Männer grübelten noch den Rest der Nacht über diese Schauerhaften Phänomene nach, doch sie konnten keine festen Schlüsse daraus ziehen, weder über den Tathergang, noch über die Flucht des Boten. Und sie sollten es auch nie erfahren.

Nimrod, der Vampir, war bereits weit von der Burg entfernt. Ein zufriedenes Lächeln umspielte seine blutigen Lippen, als er sich noch einmal mit der Zunge darüber fuhr. Der Baron würde ihn kein weiters Mal bedrohen. "Niemand wird mich je wieder bedrohen können", rief sich der alte, mächtige Vampir in Erinnerung. Hoch oben auf dem Plateau stand er nun, wieder in seiner ursprünglichen Gestalt und fuhr sich mit seinen langen, Klauenbewehrten Fingern durch sein schwarzes Haar. Eine weitere Briese kam auf und sein Haar so wie sein Umhang flatterten umher, als würden sie von etlichen unsichtbaren Händen bewegt. Die dunkle Gestalt bot einen starken Kontrast vor der hell leuchtenden Scheibe des Mondes und war so auf ihrem erhobenen Ausguck gut zu erkennen. Schließlich wirbelte Nimrod herum und wurde von der Finsternis der Nacht verschluckt, so, wie er es zuvor in den Schatten der Bäume getan hatte.