Die Vampire

        Legende, Mythos, Wahrheit

Geschichten

SEITE IV


Vampirgeschichte von Vampiren, Werwölfen und anderen Wesen der Dunkelheit. Lesen Sie biss zur Mitternacht, oder länger, wenn sie ein Vampir sind ;-)

Präludium

Der Regen hatte wieder eingesetzt und das leise Plätschern des Baches war einem stetigen Rauschen gewichen. Diese starken Regenfälle waren in dieser Gegend keine Seltenheit. Die acht Männer hüllten sich in dicke Decken, um sich vor der Kälte der Nacht zu schützen und das Murren und Fluchen hatten sie bereits drangegeben. Sie fanden sich mit ihrem Schicksal ab. Es waren schon einige Tage seit dem nächtlichen Vorfall auf Burg Marlon vergangen und die Aufregung hatte sich gelegt. Zwar war die Suche nach Henry Mc Gregor noch nicht beendet, schließlich war immer noch ein hohes Kopfgeld auf ihn ausgesetzt, aber keiner der Männer hegte große Hoffnungen, diesen Verbrecher noch zu erwischen. Langsam trotteten die Pferde einen kleinen Waldpfad entlang und es schüttete ohne eine Aussicht auf baldige Besserung. er ihnen zeigte sich der Himmel immer noch in tristem Grau, denn die Wolkendecke verdunkelte das Land. Der übliche feste und gut begehbare Waldboden war unter dem stetigen Regen nun eher eine Moorlandschaft, wodurch die Reise für die Reiter wesentlich schwieriger wurde. Es war das eintönige Klappern etlicher Waffen zu hören, welche sich über die Geräusche des Regens hinwegsetzten. Die Rüstungen ruhten unbequem auf den Schultern ihrer Träger und diese beteten um eine Gelegenheit, diese Panzer endlich loszuwerden. Sie erreichten eine kleine Lichtung, aber trotz des fehlenden Blätterdaches war sie in absolute Dunkelheit gehüllt. "Wir werden hier unser Nachtlager aufschlagen", rief der Hauptmann bestimmt über das Prasseln des Regens hinweg. Seufzer der Erleichterung waren zu hören. "Baut die Zelte in einem Kreis auf und bindet die Pferde an diese Bäume", sprach er und deutete mit einer gepanzerten Hand auf eine geeignete Stelle. Das Unwetter wurde immer stärker und erste Blitze durchfuhren die Nacht und erhellten kurz das düstere Szenario. Durch das Licht konnten die Männer eine Gestalt erkennen, die sitzend an einem Baumstamm lehnte. Mit einem Klirren wurden die ersten Schwerter gezogen, doch der Hauptmann trat beruhigend vor seine Männer.

"Gebt euch zu erkennen, Fremder!", rief er der Gestalt entgegen und sein Ausruf wurde durch einen lauten Donner untermauert. Aber es kam keine Antwort, der Fremde bewegte sich nicht einmal. Vorsichtig näherte sich der Hauptmann dem Baumstamm und als er keinen Katzensprung mehr entfernt war züngelte ein weiterer Blitz durch den bewölkten Himmel und die Dunkelheit wich für einen kurzen Augenblick zurück. Sie hatten Henry Mc Gregor endlich gefunden. Die aufgeweichte, aufgedunsene Leiche zeigte schon die ersten Verwesungserscheinungen. Sein Gesicht war bleich und von Maden zerfressen. Ein verrostetet Schwert ragte aus seinem Körper und nagelte ihn so an den Stamm des Baumes. Der Verwesungsgestank war nun deutlich wahrnehmbar und der Hauptmann zog schnell seinen Mantel vor die Nase, um sich vor dem widerwärtigen Geruch zu schützen. "Oh mein Gott", ertönte es erschrocken aus den hinteren Reihen der Männer. William, Hauptmann der königlichen Garde schritt noch näher an den Leichnam heran, doch schrak er sofort zurück und hielt sein Schwert schützend vor seinen Körper, als sich der Kopf des Toten langsam nach vorne neigte. Henry war noch gar nicht tot. Vor Grauen wankte William zurück, verfing sich dabei in einigen abgestorbenen Ästen und fiel schreiend zu Boden.