Die Vampire
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Legende, Mythos, Wahrheit
Vampire Party
Eine Horrorkomödie aus Frankreich, die wohl weitestgehend eher unbekannt in unseren Gefilden ist. Sie stellt eine Mischung aus Tanz der Vampire, vielleicht ein wenig Rocky Horror Picture Show und einem Hauch From Dusk Till Dawn da, ist aber kein Klassiker wie einer der drei. Dennoch kann sich die Besetzung sehen lassen und sie glänzt mit guten Ideen, die leider nicht immer optimal ausgearbeitet sind. Haldlungsstrang ist eine exklusive Party auf einem düsteren Schloss, zu dem man nur per VIP Einladung gelangen kann, man wird sogar mit dem Hubschrauber hingeflogen. Unsere drei Protagonisten, ein verkappter Partysüchtiger namens Sam (Patrick Mille), seine schüchterne Freundin Prune (Julie Fournier) und deren Aerobic unterrichtende Bekannte (Frédérique Bel) kommen mehr oder weniger durch Zufall (und Diebstahl) an jene Karten. Dort angelangt erkennen sie bald, dass sie selbst das Dinner sind und sie versuchen zu entkommen, was garnicht so einfach ist.
Freiblut für alle
Der Film kam 2008 in die Kinos und ist auch auf DVD erschienen. Das Cover verspricht viel, kann aber nicht ganz halten, was es verspricht. Die 90 Minuten sind zwar immer wieder angereichert mit kurzweiligen Szenen, aber um ein wirklicher Kracher zu werden fehlt hier im wahrsten Sinne des Wortes der Biss. Sicher, Vampire gibt es zu Hauf und auch weiß Gott genug Blut und Szenen wie ein witzeerzählender Vampir, ein haarverliebter Graf, das Aufräumkommando, welches die Sauerei der Vampire beseitigen soll und der, von den Vampiren so beliebte Zahnarzt erheitern. Auch die Location ist gut gewählt und mutet düster an. Leider werden etliche witzige Szenen nur halbherzig durchgeführt. So wird kurz das Kamerateam mit einbezogen, ein Fliehender schießt kurz entschlossen einem anderen Flüchtling in die Beine, damit dieser den Vampiren zum Opfer fällt und es taucht ein Zauberbuch auf, das ulkige Verwandlungen ermöglicht. Auch der Sohn des Grafen Le Duc de Journiac (Tcheky Karyo), welcher leider ein künstliche Haarpracht besitzt und genau diese Stelle leider nicht mit Sunblocker eingerieben hat, zeigt gute Idee, es ist aber oft so schnell vorbei, dass einem kaum Zeit zum Lachen bleibt. So schmunzelt man eher. Auch der Führer wird á la Louis des Funes auf den Arm genommen, aber die Anspielung bleibt Lichtjahre hinter der des Starkomikers der Franzosen zurück.
Der Film bedient sich so ziemlich jeden Klischees, vom Gebietsmarkierenden Werwolf bis hin zur Titanicslapstik. Letztere ist nebenbei genial, denn einer der Flüchtenden hat die - Ich bin der König der Welt - Szene so oft in seiner Fantasie, dass er zwischendrin auch mal mit einer Toten vorne am Schiff steht. Das gefällt, bleibt aber zu wenig. Dabei beginnt der Film durchaus solide und auch das Intro ist wirklich gut umgesetzt und macht Lust auf mehr.
Fazit: Das All You Can Drink Buffet ist nicht nur zum Lachen und Horrorkomödien wie Shawn of the Dead weisen einfach mehr Liebe zum Detail auf, aber es kann kurzweilig sein. Trinken Sie einfach einen Schluck dabei. Wie wäre es mit einer Flasche Rotwein...oder auch zwei.